WIR gemeinsam: Wenn die Psyche das Leben auf den Kopf stellt

Wolfenbüttel. Nahezu jeder vierte Deutsche leidet an einer psychischen Erkrankung in unterschiedlicher Ausprägung. Den Berichtserstattungen der Krankenkasse zufolge sind das vor allem Angst- und depressive Störungen, gefolgt von Problemen, die auf Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch zurückzuführen sind. In manchen Fällen führen Erkrankungen der Psyche so weit, dass eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben kaum mehr möglich ist. In diesen Fällen unterstützt die Lebenshilfe mit der WIR – den Werkstätten für Industriearbeit in Wolfenbüttel und Helmstedt.

Die Einrichtung bietet berufliche Rehabilitationsmöglichkeiten und Arbeitsplätze, die an die Bedürfnisse und Belastungsgrenzen erkrankter Menschen angepasst sind. Die Ursachen und Folgen psychischer Erkrankungen auf den Alltag Betroffener sind vielfältig und oft mit einem langen Leidensweg verbunden, bis endlich die richtige Hilfe gefunden wird. In dieser Serie berichten Betroffene mit verschiedensten Diagnosen über ihre Erkrankung und ihre Arbeit in der WIR. In dieser ersten Folge geht es zunächst darum, welche Wege aus der Krise in die Hilfe führen – und wie sich psychische Beeinträchtigungen frühzeitig erkennen lassen, ehe sie zu einem chronischen Zustand werden.

Psychologin Angelika Thiele

Angelika Thiele vom psychologischen Dienst der Lebenshilfe unterstützt in der Werkstatt an der Halchterschen Straße 16 in Wolfenbüttel bei allen Fragen der psychischen Gesundheit und steht als Ansprechpartnerin für die dort arbeitenden Menschen zur Verfügung. Die Werkstatt ist im Gebäude einer alten Werksfeuerwehr eingerichtet. Es gibt einen kleinen, gut sortierten Second-Hand-Laden. Neben der Teilnahme an Gruppenangeboten und Angeboten zur beruflichen Orientierung werden von den etwa 60 Beschäftigten am Standort Wolfenbüttel in den lichtdurchfluteten Räumen Produkte hoher Qualität in Handarbeit hergestellt oder montiert.

„Das Ziel ist das Zurückfinden in die berufliche Tätigkeit. Viele Menschen hier mussten bereits einiges ertragen. Sie waren mehrfach in Kliniken, sind beruflich mehrfach gescheitert und sind irgendwann müde. Wer so viel Frustration erlebt hat, ist froh, hier in dieser Werkstatt in Ruhe arbeiten zu können. Das Angebot der ambulanten Hilfe kann die Stabilisierung zusätzlich unterstützen.“, erklärt Thiele bei einem Gang durch die Räumlichkeiten, in denen die betroffenen Menschen nicht ohne Stolz von ihrer Arbeit berichten. Die meisten von ihnen haben einen Beruf erlernt und führten ein normales Leben, bis die psychische Erkrankung sie aus der Bahn warf.

Stephan Hoffmann, Sozialarbeiter bei der AWO

Stephan Hoffmann erlebt das jeden Tag. Er ist Sozialpädagoge im AWO Psychiatriezentrum und arbeitet in der Tagesklinik Wolfenbüttel: „Die Menschen funktionieren nur noch und quälen sich lange mit körperlichen und seelischen Beschwerden durchs Leben, lassen sich viel gefallen und befinden sich zum Teil in prekären Arbeitsverhältnissen. Viele haben eine lange medizinische Vorgeschichte, weil sich körperliche Beschwerden bemerkbar gemacht haben, bevor ursächlich eine Depression erkannt wird. Je früher dies erkannt wird, umso besser kann man es auf positive Bahnen lenken. Aber das ist gar nicht so einfach.“

Neben genetischen Dispositionen können traumatische oder wiederkehrende belastende Erfahrungen in der Kindheit, in der Jugend oder im Erwachsenenalter zu posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), Borderline, Depression, Angst und anderen Folgeerkrankungen führen. In der WIR arbeiten zudem Menschen mit schizophrenen Erkrankungen sowie Menschen mit psychischer Erkrankung infolge eines Schädel-Hirn-Traumas.

Die Anzeichen für psychische Probleme sind oft unspezifisch. Thiele erklärt: „Konzentrationsstörungen, innere Unruhe und Schlafstörungen sind typische Anzeichen. Das hat jeder Mensch vielleicht schon erlebt. Die Frage ist, geht das nach einigen Tagen oder wenigen Wochen wieder weg oder bleibt es?“ In jedem Fall sollten sich Betroffene nicht schämen, sich wegen psychischer Probleme krankschreiben zu lassen. „Körper und Psyche sind eins. Wenn man psychisch nicht auf Reihe ist, fühlt man sich ja auch krank. Und so sollte das auch behandelt werden“, betont Thiele. Hoffmann ergänzt: „Ich erlebe oft Menschen mit Depressionen, die auf den ersten Blick nicht niedergeschlagen wirken. Sie reißen sich lange zusammen, bewältigen ihre Alltagspflichten noch. Aber irgendwann bricht dieses Muster auch zusammen.“ In der Folge lassen sich die Betroffenen hängen, finden keine Zeit und keine Freude mehr an Bewegung und Sport, reduzieren Kontakte. „Dann ist die Gefahr groß, sowohl psychisch als auch körperlich krank zu werden. Darum sollte man frühzeitig reagieren, bevor sich die Negativspirale immer weiter abwärts bewegt“, warnt Thiele.

Das soziale Umfeld spiele dabei eine entscheidende Rolle. „Häufig ist es so, dass das Umfeld sagt: ‚Stell dich mal nicht so an, reiß dich zusammen‘“, verdeutlicht Hoffmann. Im Arbeitsleben verstärken Druck und Versagensängste dann die Angst- und Depressionsproblematiken. Wenn dann noch Mobbing oder andere Belastungen hinzukommen, braucht es professionelle Hilfe.

Der erste Schritt sollte dabei über den Hausarzt führen. Bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz müssen sich Betroffene jedoch auf lange Wartezeiten einstellen, wie von Hoffmann und Thiele angemerkt wird: „Das ist unglaublich zermürbend – gerade, wenn es einem schlecht geht.“

Neben dem oft und gerade auch seit der Corona-Pandemie häufig überlasteten Fachärztesystem gibt es noch andere Wege in die Hilfe. Der Sozialpsychiatrische Dienst muss durch jede Kommune vorgehalten werden und besteht in Wolfenbüttel aus zahlreichen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und einer Fachärztin. Betroffene ab 18 Jahren und ihre Angehörigen erhalten hier Unterstützung bei psychischen Erkrankungen und in schwierigen Lebenslagen. Außerdem werden auch weiterführende Hilfen vermittelt. Bei Selbst- und Fremdgefährdung Angehörige und Betroffene sich nicht scheuen, den Notruf zu wählen.

Zusätzlich zu den Möglichkeiten des Sozialpsychiatrischen Dienstes stehen auch Online-Hilfen oder wie in Wolfenbüttel die Selbsthilfekontaktstelle KISS des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Verfügung, die für unterschiedlichste Problemstellungen ein offenes Ohr haben und zügig an eine passende Selbsthilfegruppe vermitteln kann.

Trotz der langen Wartezeiten in der ambulanten wie stationären Therapie sei der ‚erste Schritt‘ über den Hausarzt wichtig für die Betroffenen. „Wenn man das eigene Problem einmal ausgesprochen hat, wird es leichter, auch anderen davon zu erzählen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist dann nicht mehr so abwegig“, ist Thiele überzeugt.

Axel Koßmann, Öffentlichkeitsbeauftragter

Wer in der WIR arbeitet, hat diesen langen und oft zermürbenden Weg bereits hinter sich. „Hier geht es darum, Fuß zu fassen, wieder Sicherheit zu bekommen, um Stück für Stück den Weg nach draußen zu gehen – so etwas dauert“, betont Thiele und erklärt: „Wer im Arbeitsleben scheitert, verliert oft sein Selbstwertgefühl. Das wieder aufzubauen ist ein Weg, den man gehen muss – Zeit und Geduld spielen hier eine entscheidende Rolle. Hier muss auf jeden Menschen individuell eingegangen werden.“

Die Lebenshilfe will sich weiter dafür einsetzen, die Situation bei den schnellen Hilfen für psychisch Erkrankte zu verbessern. „Die Menschen, die hier arbeiten, brauchen die Chance, aus der Werkstatt auch wieder rauszukommen. Inklusion und Integration sind uns wichtig. Damit die Menschen nach überstandener Krise wieder auf eigenen Beinen stehen können“, so Axel Koßmann, Öffentlichkeitsbeauftragter der Lebenshilfe abschließend.

#43aMussWeg – Lebenshilfe startet Petition

Berlin. Seit Jahren kämpfen die Fachverbände für eine Abschaffung des Paragrafen 43a im elften Sozialgesetzbuch (SGB XI). Dieser Paragraf behandelt Menschen mit Behinderung bei der Pflege deutlich schlechter, wenn sie in einem „Wohnheim“ leben. Die Lebenshilfe fordert nun in einer Petition im Bundestag: #43aMussWeg – faire Pflege für alle! Mindestens 50.000 Unterschriften sind das Ziel, damit die Petition Erfolg hat. Hier geht es zur Petition.

„Die Ungerechtigkeit und Diskriminierung, die mit dem immer noch existierenden § 43a einhergehen, ist für uns in keiner Form nachvollziehbar“, betonen Ulla Schmidt, MdB und Bundesministerin a.D. (Bundesvorsitzende Bundesvereinigung Lebenshilfe), Gerd Ascheid (Landesvorsitzender Lebenshilfe NRW) und Stephan Thiel (Vorstandsvorsitzender Lebenshilfe Lüdenscheid und Einreicher der Petition) gemeinschaftlich. „Alle sollen dieselbe Unterstützung erhalten, egal, wo sie leben!“

Im Anwendungsbereich von § 43 a SGB XI und damit jedenfalls in den sog. gemeinschaftlichen Wohnformen haben Menschen mit Behinderungen nur eingeschränkten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Unabhängig von ihrem Pflegegrad stehen ihnen nur die Pflegeleistungen in Höhe von maximal 266 EUR/Monat und damit regelmäßig ein Bruchteil ihres tatsächlichen Bedarfs zu. Alle Leistungsverbesserungen in der Pflegeversicherung der letzten Jahre sind an den Menschen mit Behinderung in besonderen Wohnformen vorbeigegangen. Damit stellt sich der Gesetzgeber selbst in krassen Widerspruch zu dem mit dem Bundesteilhabegesetz verbundenen Paradigmenwechsel. Der Gesetzgeber hat es als zentrale Neuerung angepriesen, dass die Leistungen künftig personenzentriert zu erfolgen hat und nicht mehr einrichtungszentriert. Menschen mit Behinderung sollen unabhängig davon, wo und wie sie leben, uneingeschränkten Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten. Augenscheinlich gilt dies aber nicht für die Pflegeleistungen nach dem SGB XI. Denn hier macht es finanziell einen großen Unterschied, wo der/die Pflegebedürftige lebt. Im Vergleich zu Menschen mit Behinderung, die häuslich gepflegt werden, erhalten sie von der Pflegekasse für ihre Pflege pro Monat je nach Pflegegrad zwischen 423 und 1.729 Euro weniger an Versicherungsleistungen. Durch die gekürzten Pflegeleistungen können betroffene Bewohner*innen gezwungen sein, ihr vertrautes Lebensumfeld zu verlassen und ins Pflegeheim umzuziehen. Die Möglichkeit, die ambulanten Pflegeleistungen in ihrer besonderen Wohnform zu bekommen, haben sie anders als alle anderen Versicherten nicht, obwohl sie die gleichen Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung aufbringen.

Mehr Sicherheit im Netz und im echten Leben

Helmstedt-Wolfenbüttel. Die Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel bietet für Beschäftigte und Bewohner*innen in diesem Jahr mehrere Aktionsangebote zu den Themenfeldern Sicherheit und Distanz, im Internet und im echten Leben. Dabei stehen auch Kurse zur Selbstverteidigung auf dem Programm.

Erfahrungen mit Gewalt haben alle schon einmal in ihrem Leben gemacht. Besonders die neuen Möglichkeiten, andere Menschen ganz anonym über Facebook, Instagram oder andere Plattformen zu beleidigen, zu bedrohen oder ihnen Gewalt anzudrohen, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das merken wir auch in unseren Werkstätten und Wohneinrichtungen. Die Gruppenleitungen, Sozialdienste und Psychologinnen werden oftmals um Hilfe gebeten. Aber auch Gewalt innerhalb und außerhalb von Familien ist in der Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Die aktuellen Zahlen sprechen von einer 30 prozentigen Zunahme.

Die Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel hat bereits seit vielen Jahren Ansprechpartner und -partnerinnen für betroffene Beschäftigte und Bewohner*innen. Zudem gab es in der Vergangenheit Workshops, Theaterstücke und Ausstellungen in unseren Einrichtungen, um alle Beteiligten für das Thema Gewalt zu erreichen und zu sensibilisieren.

In diesem Jahr wird es mehrere Aktionsangebote in den Werkstätten geben. Hier haben die Beschäftigten die Möglichkeit, verschiedenen Kurse und Aktionen zu wählen. Es geht unter anderem um den sicheren Umgang im Netz oder um Nähe und Distanz in Beziehungen. Zusätzlich stehen Kurse zur Selbstverteidigung auf dem Programm. Dabei gibt es Wendo-Selbstbehauptung für Frauen (hier dürfen nur Frauen teilnehmen) und Karate-Selbstbehauptung für Männer (hier dürfen nur Männer teilnehmen). Komplettiert wird das Programm durch das Angebot zum angstfreien Umgang mit Hunden und mit einem Trommel-Workshop für mehr Selbstbewusstsein. Für die Tagesförderstätten wird es ein Körpererleben mit Klängen geben, die der Entspannung dienen und emotionale Blockaden lösen.

Wie Sie sehen, ist für alle etwas dabei. Also, melden Sie sich an und freuen Sie sich auf interessante und spannende Tage. Die entsprechenden Angebote und Anmeldungen finden Sie im Sonderheft „Gemeinsam stark und sicher!“, die in den Gruppen ausliegen und verteilt werden. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie bitte ihre Gruppenleitung, den psychologischen Dienst, den Sozialdienst oder die Ansprechpersonen bei sexueller Gewalt an.

Wir freuen uns auf ihre Teilnahme.

Das Vorbereitungsteam

Eine wunderbare Tradition

Wolfenbüttel. Weihnachten, das Fest der Liebe und der Nächstenliebe. Ganz nach diesem christlichen Gebot spendet die Johannes-Waisenhaus-Stiftung jedes Jahr für unsere Kindergärten in Helmstedt. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, benachteiligte Kinder zu unterstützen. Dazu gehört die Aktion „Weihnachtsbox“. Daher hat der Weihnachtsmann im Heilpädagogischen Kindergarten vorbeigeschaut. Ganz viele strahlende Gesichter haben erwartungsfroh und voller Spannung auf den prall gefüllten Sack voller Geschenke geschaut und konnten es kaum abwarten, bis ihr Name aufgerufen wurde.

Wer konnte, hat dem Weihnachtsmann noch ein kleines Gedicht aufgesagt. Das hat aber meist nicht so gut geklappt, weil die Aufregung zu groß war.
Einrichtungsleiterin Michaela Ahlborn und alle Kolleginnen des Heilpädagogischen Kindergartens in Helmstedt haben sich sehr über die Aktion der Johannes-Waisenhaus-Stiftung gefreut. „Es ist schön, dass in dieser besonderen Zeit an unsere Kinder gedacht wird. Sie haben ein außergewöhnliches Jahr hinter sich und Corona war eine große Herausforderung,“ so Michaela Ahlborn.


Viele Aktivitäten und soziale Kontakte waren untersagt und haben einen normalen Kindergartenalltag kaum zugelassen. Alle Kinder, Eltern und Betreuerinnen wünschen sich nichts mehr als Normalität. Hoffentlich sieht es Weihnachten 2022 besser aus. Dann können wieder Weihnachtsmärkte und Krippenspiele stattfinden und der Weihnachtsmann kann seine Maske zu Hause lassen.

Zum Bild: Die Kinder im heilpädagogischen Kindergarten freuen sich über die Geschenke vom Weihnachtsmann.

Helmstedt wird „Host Town“ für Special Olympics 2023

Helmstedt. Die Stadt Helmstedt hat zusammen mit der Partnerstadt Haldensleben und dem Bördekreis den Zuschlag als eine der Kommunen bekommen, die als „Host Towns“ Delegationen von Sportlern für die Special Olympics 2023 empfangen dürfen. Das sportliche Ereignis findet vom 17. bis zum 25. Juni hauptsächlich in Berlin statt. Die Host Towns heißen die Teilnehmenden und ihre Begleitungen vier Tage vor den Spielen mit einem Rahmenprogramm in Deutschland willkommen.

Die Städte Haldensleben (Sachsen-Anhalt) und Helmstedt (Niedersachsen) sind seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden und dies über alle Grenzen hinweg. Beide Gebietskörperschaften liegen direkt am ehemaligen „eisernen Vorhang“, der Deutschland und Europa über Jahrzehnte trennte. Diese gemeinsame Geschichte ist in beiden Landkreisen noch vielerorts sicht- und erlebbar. In Marienborn wurde und wird der größte damalige Kontrollpunkt zu einem nationalen Mahnmal umgestaltet. Viele Gebäude und ein Museum reflektieren anschaulich unsere gemeinsame Vergangenheit. In Hötensleben erhält der Verein „Grenzenlos“ auf mehr als einem Kilometer die Original-Maueranlagen und in Helmstedt sensibilisiert das „Zonengrenz-Museum“ die Besucher*innen für die Geschichte unserer Region.

Die Menschen in unserer Region sind nach der Wiedervereinigung sehr schnell aufeinander zugegangen und zusammengewachsen. Es gibt kein Ost oder West. Wir sind sozusagen alle inkludiert. Dazu zählt auch die enge Verbindung der Lebenshilfen Helmstedt-Wolfenbüttel und Ostfalen. Beide Träger haben einen gemeinsamen Geschäftsführer und arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen. Diese Gemeinsamkeiten bieten eine großartige Chance, sich für das Host Town Program zu bewerben und ein Team in der Größe von 40–50 Sportlerinnen und Sportler für vier Tage begrüßen zu dürfen.

Unter dem Motto: „Sport grenzenlos und inklusiv“ sollen nachhaltige Angebote implementiert werden, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen. Dazu könnte Special Olympic einen wichtigen Beitrag leisten. Neben sportlichen Aktionen können weitere Inklusionsinitiativen benannt werden, die trotz der Corona-Pandemie erfolgreich umgesetzt wurden. Dazu zählen eine barrierefreie Stadtführung für Menschen mit geistiger Behinderung, eine Eiskarte in einfacher Sprache mit Geldsymbolen oder die Reduzierung sprachlicher Hindernisse im öffentlichen Raum. Ein weiteres gemeinsames Projekt könnte die Gedenkstätte Hötensleben darstellen. Hier sollen die Infotafeln zur Mauer auch für Menschen mit kognitiver Einschränkung in einfache Sprache übersetzt werden. Schritt für Schritt eine Barriere weniger.
Der Kreissportbund Helmstedt (KSB) und der Kreissportbund Börde haben ihre volle Unterstützung zugesagt. Um die Menschen in den Vereinen zu sensibilisieren, ist zunächst ein inklusives Sportfest geplant. Hier werden Vereine aus den Landkreisen Helmstedt und Vereine aus dem Landkreis Börde ihre Angebote vorstellen. Ziel ist ein größtmögliches flächendeckendes, inklusives und nachhaltiges Sportangebot, das allen Menschen offensteht.

Mit Unterstützung von Sponsoren (Landessportbund, Toto-Lotto-Stiftung, Behinderten Sportverband, Privatpersonen) sowie der Lebenshilfen Helmstedt-Wolfenbüttel, der Lebenshilfe Ostfalen, der Städte Helmstedt und Haldensleben und den Landkreisen Helmstedt und Börde, freuen wir uns, Sportlerinnen und Sportler in unseren Städten begrüßen zu dürfen.

Special Olympic und das Host Town Program bieten Helmstedt und Haldensleben die einmalige Chance, ein gesellschaftliches Bündnis für Inklusion im Sport und in der Gemeinschaft zu etablieren – und das grenzenlos.

Moni macht eine Rolle vorwärts in Rente

Wolfenbüttel. Nach über 20 Jahren ist jetzt Schluss! Monika Borchert, unsere Sportfachkraft für die Werkstätten in Wolfenbüttel, kommt zur Ruhe. Naja, nicht so ganz. Sie wird die Beschäftigten auf 450,- Euro-Basis auch weiterhin zum Schwitzen bringen und die neue Kollegin, Stefanie Koller, unterstützen.

Angefangen hat alles 2001. Damals gab es nur die Werkstatt am Blauen Stein. Fümmelse und die WIR-Wolfenbüttel waren noch in weiter Ferne. Nach und nach kamen dann immer mehr Beschäftigte hinzu und das Sportangebot wurde kontinuierlich erweitert. Mittlerweile gibt es einen richtigen Katalog, wo die Beschäftigten aus ganz vielen Angeboten auswählen können.

Neben klassischen Bewegungsangeboten wurden auch neueste Trends aus der Sportwelt berücksichtigt. Dazu zählen Nordic Walking und Disc Golf. Monika Borchert hatte für jeden Geschmack etwas dabei. Ganz besonders gern wurde das Riesentrampolin in der Turnhalle an der Mascheroder Straße von den Beschäftigten genutzt. Hier konnten auch Menschen mit einer Bewegungseinschränkung ihren Körper auf ganz besondere Art und Weise spüren. Die Freude über das Abheben, wenn Monika Borchert auf der anderen Seite des Trampolins sprang, konnte man bereits vor der Eingangstür hören.

Jetzt macht „Moni“ eine Rolle vorwärts und folgt ihrem Mann Willi in den wohlverdienten Ruhestand. Wilhelm Borchert muss hier ebenfalls erwähnt werden, weil er über Jahre die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Werkstätten in Erster Hilfe geschult hat.

Geschäftsführer Bernd Schauder bedankte sich für die langjährige Mitarbeit. „Auf Sie war immer Verlass und Sie haben mit ihren Sportangeboten Bewegung in den Arbeitsalltag der Beschäftigten gebracht.“ Im Beisein der Kolleginnen und Kollegen wurde Abschied genommen.

Zum Bild: Geschäftsführer Bernd Schauder (rechts) überreicht einen Blumenstrauß an Monika Borchert (Mitte) und Betriebsratsvorsitzender Olaf Rösler.

Abijahrgang 2021 der Großen Schule spendet für die Lebenshilfe

Wolfenbüttel. Ein ganz besonderer Dank an die Schülerinnen und Schüler des Abitur-Jahrganges 2021 der Großen Schule Wolfenbüttel. Sie haben einen Überschuss aus ihrer Abschlussfeier an gemeinnützige Organisationen gespendet. Neben dem Kinderschutzbund und der Turngemeinschaft Wolfenbüttel, hat die inklusive Wohngemeinschaft Lessing eine Spende von 400,-Euro erhalten.

„Aufgrund der Corona-Pandemie konnte leider nicht so gefeiert werden, wie es eigentlich üblich ist. Keine ausgelassene Schulabschlussparty und kein Abiball“, so Laurenz Kooymann vom Festkomitee. „Stattdessen gab es ein Abigrillen, wo lediglich eine Begleitperson erlaubt war. Jetzt überlegen wir, ob der Jahrgang 2021 bei der nächsten Abschlussfeier teilnehmen kann.“

Daran sieht man, wie sehr Corona unser aller Leben beeinträchtigt. Die Schülerinnen und Schüler können diese besonderen Momente im Leben zwar nachträglich feiern- so richtig passend ist es dann allerdings auch nicht mehr.

Bereichsleiter Mathias Nowatzki freute sich gemeinsam mit Felix Menzel und seinen Kolleginnen Anja Schildener, Alena Schacht und Teamleiter David Höft über die Spende. „Für das Geld schaffen wir ein Tablet an. Damit können unsere Bewohnerinnen und Bewohner per Videokonferenz mit ihren Angehörigen kommunizieren. Diese Möglichkeit ist besonders gut und effektiv, wenn Corona einen persönlichen Kontakt nicht zulässt“, berichtete David Höft. „Außerdem kann über ein Tablet, mithilfe der sogenannten unterstützten Kommunikation, Kontakt zu Menschen mit einer ausgeprägten Beeinträchtigung hergestellt werden.“

Ein abschließender Rundgang durch das neue Wohnangebot rundete den Nachmittag ab.

Zum Bild: Von links: Mathias Nowatzki, Anja Schildener, Felix Menzel, Laurenz Kooymann, David Höft

Kinderkarussell sorgt für weihnachtliche Stimmung

Wolfenbüttel. Alles fällt aus in dieser besinnlichen Zeit! Weihnachtsmärkte, mit ihrem herrlichen Duft nach gebrannten Mandeln, ebenso Krippenspiele, Weihnachtsfeiern und viele weitere liebgewonnene Rituale. Das spüren besonders die Kleinsten. So manches Kindergartenkind kennt den Weihnachtsmann nur mit Gesichtsmaske. Die Vorfreude auf Heiligabend wird durch die Corona-Pandemie deutlich getrübt.

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